Weil Schnelligkeit, eine hohe Durchgängigkeit und Prozesssicherheit in der Supply Chain zählen, organisiert die Carl Zeiss Gruppe ihre globalen Logistikprozesse vom Lieferanten bis zum Endkunden neu. Das Ziel ist ein geschäftsbereich- und standortübergreifendes Netzwerk aus Prozessen, interner IT und Fremdsystemen leistungsstarker Partner. Das Lieferantenportal POOL4TOOL trägt dabei zur Optimierung der Beschaffungslogistik sowie der verbesserten Kommunikation mit den Lieferanten bei.
Der Hochtechnologiekonzern Carl Zeiss erzielt über 60 Prozent des Umsatzes mit Produkten und Lösungen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Diese Komplexität spiegelt sich im Beschaffungsspektrum wider. Im Jahr 2007 wurde ein konzernweites Logistikprojekt gestartet, mit dem Ziel, ein geschäftsbereich- und standortübergreifendes Netzwerk aus Prozessen, interner IT und Fremdsystemen zu implementieren. Da die Unternehmensbereiche der Carl Zeiss Gruppe weitgehend autonom agieren, war es zentraler Bestandteil der Analysephase im Vorfeld des Logistikprojektes, das Optimum zwischen Eigenständigkeit und Gemeinsamkeiten zu ermitteln – und die Schnittmenge war in vielen Bereichen groß. Im Zuge des Projektes werden Best Practice-Prozesse implementiert, die gemeinsam mit externen Dienstleistern zunächst in Deutschland und dann sukzessive konzernweit ausgerollt werden. Das Online-Lieferantenportal POOL4TOOL wird zur Verbesserung des Informations- und Datenaustausches mit den Zulieferern eingesetzt. Wesentlich für das Lieferantenmanagement in einem globalen Umfeld sind kollaborative Prozesse und eine enge Einbindung der Lieferanten entlang der Lieferkette.
Im ersten Step konzentriert sich Carl Zeiss auf die globale Beschaffungslogistik. Mit POOL4TOOL kann der Einkauf den kompletten Bestell- und Auftragsbestätigungsprozess bis zur Warenlieferung abwickeln und via Webservices zu jeder Zeit den aktuellen Status von der Bestellauslösung bis zur Warenanlieferung in Echtzeit nachverfolgen. Bestellungen werden automatisiert aus SAP nach POOL4TOOL übernommen und dem Lieferanten zur Verfügung gestellt. Nachdem dieser die Auftragsbestätigung am Online-Portal erfasst hat, wird sie nach vordefinierten Regeln an SAP rückübermittelt. Aufgrund der Dokumentation aller Abläufe auf einer zentralen Plattform haben die Einkäufer nun auch die Sicherheit, dass die Bestellungen korrekt und termingerecht übermittelt wurden. Ein zusätzlicher Effizienzgewinn im Wareneingangsprozess resultiert aus den eingesetzten WebEDIs für Lieferabrufe, Lieferavise und VMI (Vendor Managed Inventory). Da der Lieferant somit auf Basis des aktuellen Lagerstands und des Forecasts von Carl Zeiss die Belieferung selbständig steuert, kann er seine Produktionslosgrößen, Transportmengen und Liefertermine optimieren und die eigenen Beschaffungs- und Produktionszyklen frühzeitig an die Lieferpläne anpassen. Liefer- und Eingangsfortschrittszahlen sowie Transitmengen werden direkt aus dem SAP-System kommuniziert.
Carl Zeiss beschränkt die Zusammenarbeit mit den Lieferanten aber nicht auf den reinen Datenaustausch oder die beschaffungsnahe Logistik sondern sucht stets nach neuen Wegen, um die Wertschöpfung aller Kollaborationspartner zu erhöhen. In der nächsten Projektphase soll das POOL4TOOL-Lieferantenportal daher neben den operativen Abläufen auch um Lösungen für eSourcing und strategisches Lieferantenmanagement auf Basis der Carl Zeiss-spezifischen Materialgruppenstruktur sowie die Prozesse an den Schnittstellen zum Qualitätsmanagement erweitert werden.