Das Management der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Lieferanten – aktuell diskutiert unter dem Begriff des Supplier Relationship Managements (SRM) – ist kein neuer Trend. Neu ist jedoch die zunehmende Erkenntnis, dass eine systematische und strukturierte Ausgestaltung von Schnittstellen zu den Stakeholdern eines Unternehmens als zentraler Erfolgsfaktor unerlässlich ist.
Um SRM im Unternehmen erfolgreich umzusetzen, sollte dieses als übergeordnetes Konzept eines ganzheitlichen Beziehungsmanagements verstanden werden und die gesamte Lieferantenbasis berücksichtigen – und zwar aus operativer, taktischer sowie strategischer Sicht. In der Vergangenheit wurde SRM vor allem von den Anbietern einschlägiger Software als eine umfassende, durch Informations- und Kommunikationssysteme gestützte (IT-)Lösung für die operative Beschaffung definiert. Diese Sichtweise stellt dabei – als Weiterentwicklung des eProcurements – die Rolle der IT für umfassende Beschaffungslösungen in den Vordergrund und argumentiert den Nutzen von SRM vor allem über die Realisierung von Prozesskosteneinsparungen.
Definiert man SRM jedoch als ganzheitlichen Ansatz, wird der vormals ausschließliche Fokus auf die operative Beschaffung (insbesondere auf die Bestellabwicklung) bewusst aufgegeben und im Sinne einer Weiterentwicklung des Lieferantenmanagements (inklusive Lieferantenauswahl, Lieferantenbewertung/-beurteilung, gemeinsamer Maßnahmenplanung, Beschaffung und Qualitätsverbesserungen im Sinne der Lieferantenentwicklung) neu geschärft. Im Gegensatz zur engeren Eingrenzung des SRM-Begriffes aus reiner IT-Sicht, beschreiben diese allgemein gehaltenen Definitionen das SRM als eine neue Denkweise in der Beschaffung, die die Optimierung der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Lieferanten in den Mittelpunkt stellt.
Gelebte Partnerschaften mit Schlüssellieferanten
Die SRM-Lösung POOL4TOOL als SAP AddOn basiert auf dem „3-Ebenen-Modell“ und stellt sowohl die Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung des strategischen Lieferantenmanagements und gelebter Partnerschaften mit Schlüssellieferanten als auch jene zur operativen Bestellabwicklung für direkte und indirekte Materialien dar. Als Erweiterung zu den im SAP SRM umgesetzten Möglichkeiten bietet die SRM-Lösung heute sowohl die technischen Voraussetzungen als auch vordefinierten Content (Workflows, Reports, Strukturen), um die Beschaffungsgesamtstrategie sowie die Materialgruppenstrategie zu erarbeiten und umzusetzen und somit das Rad nicht jedesmal neu erfinden zu müssen.
Allen drei Ebenen ist gemeinsam, dass der Lieferant über das Lieferantenportal in vollem Umfang eingebunden werden muss, um den gewünschten Erfolg zu erzielen, da die rein interne Pflege aller relevanten Daten selten die notwendige Akzeptanz bei den Mitarbeitern findet. Wenn Lieferanten das eigene Profil, Maßnahmen aus der Lieferantenentwicklung, Angebote, Auftragsbestätigungen, Lieferavise und 8D-Reports über das Portal selbst einpflegen und darüber hinaus im VMI-Monitor Lieferungen ankündigen, die dazugehörigen Lieferpapiere drucken und die aktuelle Lieferantenbeurteilung mit allen Detaildaten prüfen sollen, kann ein entsprechendes SAP-Projekt jedoch schnell sehr komplex werden. Da die technische Implementierung eines Lieferantenportals allein nicht ausreicht sondern jeder einzelne Prozess mühevoll integriert werden muss, sind rein auf SAP-Technologie basierende Portalprojekte in den meisten Fällen sehr umfangreich. Als weiterer Aspekt kommt hinzu, dass die hauseigene IT mit einem derartigen Projekt in hohem Maße gefordert wird und Änderungen der internen Prozesse im Portal immer nachgezogen werden müssen.
Lieferantenportal als Daten-Metaebene
An dieser Stelle kommen die Vorteile der SRM-Lösung voll zum Tragen: Da mit POOL4TOOL Daten aus verschiedenen Applikationen konsolidiert werden und den Lieferanten nur eine Sicht auf ihre relevanten Daten zur Verfügung gestellt wird, kann der Projektaufwand drastisch reduziert werden. Das Lieferantenportal bildet dann de facto eine Metaebene oberhalb der SAP-, CAQ- und PLM-Systeme mit direkter Zugriffsmöglichkeit für die Lieferanten. Je nach Ausgestaltung des zugrunde liegenden Prozesses verwenden manche Kunden das Lieferantenportal sehr intensiv, vor allem bei Geschäftsabläufen, die durch SAP nicht im geforderten Umfang unterstützt werden, wie dies zum Beispiel im Ausschreibungsprozess und in der Lieferantenentwicklung der Fall ist. Andere User wiederum nehmen das Lieferantenportal im Tagesgeschäft überhaupt nicht wahr, da sie es als reinen „Briefträger“ zwischen sich und ihren Lieferanten einsetzen. Vor allem im Logistikprozess, wo Bedarfe dem Lieferanten einfach mittels Bestellung, Lieferabruf oder VMI bereitgestellt und dessen Rückmeldung online wieder in das SAP-System übermittelt werden, braucht der Disponent das SRM-Tool nicht zu bedienen, um von den Vorteilen profitieren zu können. Da derartige Projekte ohne großen Schulungs- und internen IT-Aufwand umsetzbar sind, kann die Implementierung problemlos durchgeführt werden.
Systeme mit SAP-Integration bieten dem Anwender den Vorteil, dass Informationen, beispielsweise zu Lieferanten und Materialien oder auch Dokumente nicht mehrfach erfasst und laufend manuell aktualisiert werden müssen. Nach einer Vorselektion und der Vorgabe bestimmter Daten durch den strategischen Einkauf führen die verantwortlichen Disponenten die einzelnen Prozesse workflowbasiert durch. Der regelmäßige Abgleich der Daten mit dem SAP-System verhindert einerseits die Doppelerfassung von Lieferanten und Konditionen in unterschiedlichen Werken und Tochtergesellschaften und ermöglicht andererseits eine umfassende 360-Grad-Sicht auf Lieferanten.
Direkte Anbindung des Lieferantensystems
Auch die Anbindung einer großen Anzahl an Lieferanten ohne zusätzliche Erweiterungen der bestehenden IT-Infrastruktur ist einfach realisierbar. Dabei kommt es nicht nur auf eine entsprechende Leistung der Server sondern auch auf die zur Verfügung stehende Bandbreite und die Zugriffszeiten der Lieferanten an. Während POOL4TOOL direkt an einem Internetknoten anknüpft und über ein 9,6GBit-Backbone mit dem Internet verbunden ist, welches für den weltweiten Zugriff und hier speziell für Osteuropa und Asien optimiert wurde, sind derartige Investitionen für einzelne Unternehmen selten wirtschaftlich darstellbar.
Um die Akzeptanz speziell auf Lieferantenseite zu erhöhen, bietet der Anbieter der SRM-Lösung zusätzlich die Möglichkeit, das ERP-System des Lieferanten direkt an das Portal anzubinden. Über das eigene ClearingCenter können dem Lieferanten die relevanten Daten wie Bestellungen, Abrufe oder Reklamationen neben den gängigen Standards auch in exakt jenen Formaten zur Verfügung gestellt werden, die er benötigt. Der Lieferant kann in der Folge wie bei einem klassischen EDI-Prozess direkt auf die Daten zugreifen und auch seine Rückmeldung auf demselben Weg wieder in das SAP-System des Kunden übertragen.
POOL4TOOL kann als SAP AddOn direkt in bestehende Systemlandschaften eingebunden werden und erhöht den ROI der SAP-Anwender, indem die Möglichkeiten des ERP-Systems ohne große zusätzliche Investitionen voll ausgeschöpft werden können. Mit über 30 Prozessen und zahlreichen speziellen SAP-Schnittstellen ist POOL4TOOL eine der führenden SRM-Lösungen am Markt und deckt das komplette Portfolio zur Optimierung sämtlicher Prozesse in der Entwicklung, im Einkauf, in der Logistik und im Qualitätsmanagement ab.
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Ermittlung von Kosten- und Preisbenchmarks
Selected Services hat ihr webbasiertes Lieferantenportal POOL4TOOL um eine zusätzliche Funktionalität im Bereich Sourcing erweitert. Ab sofort steht den Usern das neue Modul „Linear Performance Pricing (LPP)“ zur Verfügung. Damit können Teile mit ähnlicher technischer Spezifikation einfach kategorisiert und „Ausreißer“ aus dem Preisgefüge auf einen Blick ermittelt werden. Der Einkäufer kann so Rückschlüsse auf Preisvorteile bzw. -nachteile ziehen und profitiert zusätzlich von der fundierten Datenbasis.
Der steigende Wettbewerbsdruck verlangt den strategischen Einsatz ganzheitlicher Methoden zur Erhöhung der Preis-Leistungs-Transparenz sowie eine frühzeitige Einbindung des Einkaufs in den Produktentstehungsprozess. Konzepte wie Target Costing und Linear Performance Pricing (LPP) ermöglichen die Ermittlung bzw. Überprüfung der Marktkonformität von Teilepreisen und stellen eine aussagekräftige Informationsgrundlage für den Einkäufer dar. POOL4TOOL unterstützt die vollständige Preisstrukturanalyse von der Planung bis zum Abschluss im Rahmen von Lieferantenverhandlungen.
Die Methodik des LPP wurde im Jahr 1997 erstmals durch das Beratungsunternehmen McKinsey zum Vergleich von Angeboten und Einkaufspreisen eingeführt. In POOL4TOOL können aufgrund des Bezugs auf eine quantifizierbare Größe die Preise verschiedener Produkte gleicher Komplexität mithilfe eines Koeffizienten kategorisiert und verglichen werden. Der Einkäufer legt dabei jenen Faktor fest, der für die Preisgestaltung ähnlicher Produkte ausschlaggebend ist und kann über einen mehrstufigen Cost-Break-Down die Entwicklung der Einkaufspreise simulieren. Die integrierte Darstellung in Form einer Regressionsgeraden in POOL4TOOL ermöglicht die Identifikation aller Abweichungen aus dem Preisgefüge auf einen Blick. Darüber hinaus kann der Einkäufer Teile mit ähnlicher Spezifikation zu Warenkörben zusammenfassen und gemeinsam in Auktionen überführen, wodurch beträchtliche Bündelungseffekte realisiert werden.
„Die gewonnenen Informationen aus der tiefgehenden Preisstrukturanalyse stärken die Verhandlungsmacht des Einkäufers in Preisgesprächen mit den Lieferanten, wodurch die geforderten Nachlässe untermauert werden können.“ meint dazu Thomas Dieringer, Geschäftsführer von Selected Services.

Michaela Wild
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